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Erneute MU-Mitgliederbefragung bestätigt: Attraktivität des Standorts Erlangen leidet massiv

Pfeffer: Erlangen braucht einen Politikwechsel und ein Zukunftskonzept!

PRESSEMITTEILUNG 07.02.2026

Erlangen – Die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Erlangen leidet weiter massiv. Das ist das eindeutige Ergebnis einer erneuten Mitgliederbefragung der MU. Damit werden die Ergebnisse der bereits im November 2025 durchgeführten Befragung vollumfänglich bestätigt.

Im November 2025 hatte die Stadt Erlangen zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres die Grundsteuern erhöht. Eine links grüne Mehrheit (SPD, Grüne, ÖDP) hatte im Erlanger Stadtrat am 27.11.2025 – nach der Grundsteuererhöhung in 2024 – und einem Nicht-Erhöhungs-Beschluss in 2025 – sodann eine zweite Erhöhung der Hebesätze beschlossen.

„So geht man nicht mit Unternehmen um. Planungssicherheit sieht anders aus“, erklärt der MU-Kreisvorsitzende Robert Pfeffer. „Wenn Beschlüsse nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden, leidet das Vertrauen der Betriebe in die Verlässlichkeit der Stadtpolitik“, sekundiert ihm Harald Hüttner, stellvertretender Vorsitzender der MU.

Im laufenden Kommunalwahlkampf positionieren sich CSU, FDP und Freie Wähler, dass diese Grundsteuerhebesatz-Erhöhung ein Fehler gewesen sei, und fordern aktuell eine Senkung der Gewerbesteuerhebesätze, mit dem Ziel die Attraktivität des Standorts Erlangen zu erhöhen.

Anlass für die MU noch mal vertieft nachzufragen. Die Antworten des Mittelstands sind klar und eindeutig:

73 % der befragten CSU-Unternehmer geben an, dass Standortfaktoren für ihre eigene Auftragslage relevant sind. 37 % erklären, dass ihre Auftragslage sogar stark oder sehr stark von den Standortbedingungen in Erlangen abhängt.

Während lediglich 5 % der Unternehmer die wirtschaftlichen Aussichten ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten als sehr gut bewerten, bezeichnen 24 % diese als schlecht. 71 % sehen die Entwicklung als durchwachsen.

67 % der Mittelständler halten eine Absenkung des Gewerbesteuerhebesatzes um 50 Punkte innerhalb der nächsten fünf Jahre für wichtig oder sehr wichtig.

Noch deutlicher fällt das Votum bei der Grundsteuer aus: 75 % sprechen sich für eine Rücknahme der Erhöhung aus. Das zeigt, dass die Grundsteuer als Besteuerung der Unternehmenssubstanz noch verheerender ist. Denn die Grundsteuer muss auch bezahlt werden, wenn das Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaftet.

Katastrophale Zustimmungswerte bei Oberbürgermeister und Umweltreferat. 91 % der befragten Mittelständler fühlen sich durch die Stadtspitze nicht gut oder überhaupt nicht vertreten. Beim Umweltreferat liegt dieser Wert bei 83 %.

Differenzierter werden das Wirtschafts- und das Baureferat bewertet. Beim Wirtschaftsreferat geben 37 % an, sich gut oder zumindest einigermaßen vertreten zu fühlen. Beim Baureferat sind es 44 %.

67 % der befragten Unternehmer haben bereits darüber nachgedacht, ihren Firmensitz zu verlagern oder ihr Unternehmen ganz zu schließen. Für 63 % ist der Ausgang der kommenden Stadtratswahl entscheidend für die zukünftige Standortentscheidung ihres Unternehmens

„Da müssten bei der Stadtspitze alle Warnleuchten angehen!“ warnt Johannes Lang, Mitglied im Vorstand der MU.

Unsere Stadt braucht einen massiven Politikwechsel! Die Stadt muss konkrete Überlegungen anstellen, wie sie den Standort für Gewerbetreibende wieder attraktiv machen kann.“ resümiert Pfeffer.

Erlangen muss in die Zukunft seines Standorts investieren. Erlangen braucht ein Zukunftskonzept!“ fordert Hüttner.

Die MU fordert daher unverändert:

  1. Ein Gesamtkonzept zur Sanierung Erlangens in Form eines Masterplans.
  2. Ein Konzept für die Entwicklung der Innenstadt und von Gewerbeflächen.
  3. Ein Konzept für die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum und Sozialeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen etc.
  4. Die Einführung eines von einem Wirtschaftsbeirat überwachten Risikomanagements.
  5. Die Einführung einer Corporate Governance

Für die Erlanger Innenstadt fordert die MU – neben des langfristigen Konzeptes – zudem unverändert schnell wirksame Maßnahmen, wie beispielsweise eine erste Stunde Freiparken auf allen städtischen Parkflächen bzw. die „Brötchentaste“ zur kurzfristigen Belebung der Innenstadt.

„Erlangen braucht kein weiteres Zögern, sondern ein Zukunftskonzept. Wer den Wirtschaftsstandort erhalten will, muss jetzt handeln“, so Pfeffer abschließend.

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Ende PM

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